Semantic Web – Kurz und knapp

Semantic Web – Kurz und knapp

Eine fiktive Geschichte, aber keine Utopie…

Die Unterhaltungselektronik spielte das Lied ”Bochum“ von Herbert Grönemeyer, als das Telefon schellte. – Justus nahm das Gespräch entgegen und das Mobilteil regelte die Lautstärke der Umgebung herunter, indem es eine Nachricht an alle lokalen Geräte mit einer Lautstärkeregelung sendete. Sein Bruder Bob war auf der anderen Seite der Leitung mit schlechten Neuigkeiten. ”Mutter muss bei einem einem Spezialisten mehrere Therapiesitzungen wahrnehmen, möglichst wöchentlich für eine unbestimmte Zeit!“, sagte er.

Problemlösung mit intelligenten Agents

Justus erklärte sich sofort bereit, sie zu fahren, während Bob schon seinen SemanticWeb Agent in seinem Handheld-Webbrowser anwies, eine Lösung zu finden. Der Agent fragte zunächst selbstständig bei der Arztpraxis den genauen Befund ab und suchte danach in einer Liste von Dienstanbietern nach denjenigen, die ihrer Mutter helfen könnten. Dabei hatte er diverse Beschränkungen für die Suche festgelegt. Die Praxis des Spezialisten sollte nicht mehr als 20km von der Wohnung entfernt sein und die Bewertung des Arztes sollte mindestens ”sehr gut“ oder ”exzellent“ betragen. Im Anschluss daran besorgte der Agent über verschiedene Anbieter die Sprechzeiten der nun noch in Frage kommenden Ärzte, um anschließend ein Matching mit den Terminplänen von Justus und Bob zu betreiben. Nach kurzer Zeit präsentierte der Agent einen Plan. Jedoch gefiel Justus dieser Plan nicht besonders gut. Die vorgeschlagene Praxis von Dr. Haus lag am anderen Ende der Stadt und auf dem Rückweg würde er sicherlich in den Feierabendstau kommen. Also wies er seinen eigenen Agenten an, eine neue Suche zu starten, mit einer erhöhten Präferenz, den Ort und die Tageszeit betreffend.

Vertrauen

Da sein Agent mit dem von Bob verbunden war und Bobs Agent dem von Justus komplett ”vertraute“ konnte er auf dessen bisherige Ergebnisse zugreifen. Eine neue Lösung war schnell gefunden und Justus war sehr zufrieden. Ein Klinik, die wesentlich näher an der Wohnung seiner Mutter lag und aufgrund einer früheren Zeit auch einen Stau so gut wie ausschloss. Allerdings meldete der Agent auch eine Warnung. Durch die neuen Zeitrestriktionen kam es zu einer Überschneidung mit einem eher unwichtigen Termin in Justus Terminplan. Er bestätigte den Vorschlag trotzdem. Sein Agent sorgte nun für eine komplette Umsetzung der Vorschläge, indem er einen Termin bei dem Spezialisten vereinbarte aber natürlich auch den unwichtigen Termin in Justus Planer umlegte…
angelehnt an den Artikel „THE WEB SEMANTIC“ von Tim Berners-Lee in der Scientific American von April 2002

Ein Résumé

Diese Einschätzung stammt aus dem Jahr 2007 und wurde in meiner Diplomarbeit veröffentlicht. Aktuelle Entwicklungen sind hier nicht berücksichtigt.

Diese zugegebenermaßen fiktive Geschichte könnte in Kürze schon Realität werden. Die Bestrebungen um das Semantic Web werden zur Zeit durch eine Taskforce des W3C voran getrieben und derzeit wird an dem sogenannten Trustlayer, also der Gewährleistung von Echtheit der verknüpften Daten im semantischen Layercake gearbeitet. Es bleibt zu hoffen, dass diese Aufgabe möglichst „perfekt“ umgesetzt wird, um einem Mißbrauch vorzubeugen.

Und mit dem Thema Ubiquitous Computing, der „Allgegenwärtigkeit des Computers“ wird die oben beschriebene Szene wohl möglich in Kürze Wirklichkeit werden können.

Man darf gespannt sein, in wie weit das Internet weiter auch unser „Offlineleben“ bestimmen wird und man darf freudig(?) in die Zukunft sehen.

By | 2017-01-29T10:33:46+00:00 Januar 8th, 2013|Internet and Web Engineering, The very best of seiler.it|0 Comments

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